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Thema: Reifentest Dunlop Geomax Enduro EN91

  1. #1
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    Standard Reifentest Dunlop Geomax Enduro EN91

    Hallo Endurofreunde,

    heute bin ich mal nicht als Trainer sondern als Reifentester unterwegs. Erstmal danke für das Vertrauen.
    Der Testreifen ist ein Satz Dunlop Geomax Enduro EN91 in den Größen 140/80-18 und 90/90-21. Testmotorrad BETA RR300 RACING MY19. Die Reifen sind bestückt mit Schlauch vorne 3,5mm und hinten mit Tubliss. Testgelände Bilstain, Wetter 5°C und Regen. (also wie immer in Bilstain🤣).

    Der erste Eindruck bei der Montage.... hart. Mal schauen wir die sich fahren. Luftdruck vorne 1,0 und hinten 0,6 bar.
    Die ersten Auffahrten, Steine, Felsen, und Waldboden gehen erstaunlich gut. Was jedoch auffällt, die Seitenführung lässt zu wünschen übrig. Mal abwarten, noch sind die Flanken hart und steif.
    Der nächste Test: der Vorderreifen. Auch da habe ich das Gefühl, das die Führung noch nicht so perfekt ist, aber mal abwarten.
    Nächste Disziplin: Anfahren am Berg. Erst Steine dann lehmiger nasser Waldboden. In den Steinen komme ich relativ gut weg, jedoch auf dem Waldboden: keine Chance. Okay jetzt ändere ich den Luftdruck. Vorne 0,7 und dank Tubliss hinten 0,3 bar und oh Wunder, es geht deutlich besser. In den felsigen Auffahrten in Bilstain geht es jetzt erstaunlich gut voran. Das hätte ich so nicht erwartet. Je weicher die Flanken werden, um so besser komme ich weiter. Auch die Führung vorne wird besser.

    Nach 2 Tagen ca. 7 Std. Fahrzeit in Bilstain sieht man doch deutliche Spuren, kleine Risse an den Stollen, aber besser als gedacht.

    Das erste Fazit: mit weing Luft geht es deutlich besser. Der Vortrieb wird tatsächlich mit der Zeit besser.
    Ich beführchte nur mit einem Mousse wird es in so einem Terrain echt schwer. Die Seitenführung könnte definitiv besser sein, schräg am Hang erfordert er viel Gefühl.
    Geändert von Sietsch (02.03.2020 um 12:23 Uhr)
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  3. #2
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    Hallo zusammen,

    auch ich habe den Dunlop Geomax Enduro EN91 in der Größe 140/80-18 getestet! Die Felge war bestückt mit einer "4mm Elefantenhaut" und etwa 0,5bar.

    Meine Erfahrungen decken sich in wesentlichen Teilen mit denen von Stefan:
    - Der Reifen ist ziemlich hart, bringt einen auf weichem Boden aber sehr gut voran.
    - Die Seitenführung ist definitiv eine Schwäche des Reifens. Das von Stefan erwähnte Gefühl für schräge Fahrten am Hang mit Lehmboden kann leider nicht jeder vorweisen. Sobald der Boden aber weicher wird, funktioniert der Reifen wieder sehr gut!
    - Kleinere Wurzeln und Geröll hat der Reifen erstaunlich gut gemeistert. Da hat das Fahren echt Spaß gemacht und der Vortrieb war wirklich top!

    Getestet habe ich das Ganze auf 80% weichem Waldboden, 10% Feldweg, 10% Straße.

    Ich kann den Reifen für weiches Gelände wirklich empfehlen. Im gleichen Gelände bin ich vor 4 Wochen mit einem Mitas XT754 unterwegs gewesen und wusste noch zu gut, wo ich Probleme hatte. Die selben Passagen bei weitaus schlechteren Bedingungen waren mit dem Dunlop gut machbar. Das betrifft auch das Anfahren am Berg und ganz besonders den Vortrieb im Hang: Hier musste ich teilweise gut Kupplung dazu geben, damit die Karre vorne aufgrund des starken Vortriebs nicht hochgeht. Das war beim XT754 definitiv anders.

    Einzig in der Seitenführung müsste Dunlop noch etwas machen:
    Es gibt dort einen etwa 200m langen Hang, der obenraus schön steil wird. Es handelt sich im eine ehemalige Rückegasse. Bei Regen ist das Ding eine echte Drecksau. Was ich da schon Stunden verbraucht habe und nicht hoch kam... Bei so richtig schlechten Bedingungen wie letzte Woche hätte ich gerne mal einen wesentlich besseren Fahrer bei mir, der mir entweder zeigt, wie es geht oder bestätigt, dass das Ding bei Regen wirklich schwer ist.
    Jedenfalls geht es in den Hang über einen 90° Anlieger der vom Feldweg aus direkt reinführt. Da muss man schon mit Zug rein, sonst hängt man direkt. Leider ist mir bei meinem 30-40 Versuchen immer das Hinterrad seitlich weggerutscht, sodass ich nie wirklich eine gute Spur gefunden hatte; außer einmal: und da muss ich sagen, dass ich hoch geschossen bin, wie an der Schnur gezogen. Geschafft habe ich den Berg aber trotzdem nicht, da ich selbst vor dem letzten steilen Stück noch -- völlig ungewohnt und unerwartet -- so viel Grip hatte, dass ich die Kiste nicht gebändigt bekommen habe, mir das Vorderrad zu steil anstieg, die Karre wurde unruhig, ich habe etwas das Gleichgewicht verloren und dann stand bzw. lag ich auch schon. Anfahren halte ich auf den letzten Metern für nicht möglich, lasse mich aber gerne mal eines Besseren belehren!
    Übung macht den Meister, aber nach so vielen Versuchen war dann irgendwann auch die Kraft am Ende...

    Zusammenfassend kann ich sagen:
    - Der Reifen bietet extremen Vortrieb in leichten Böden.
    - Nach 4 Std. Fahrzeit hat er nur sehr geringe Abnutzerscheinungen, die Kanten sind noch fast jungfräulich.
    - Seitenhalt in weichen Böden zufriednstellend
    - Seitenhalt auf härteren Böden ist vermutlich die Achillissehne des Reifens.
    Geändert von Sietsch (29.12.2019 um 19:39 Uhr)
    Das kann man schon so machen, aber dann wird's halt kacke...

  4. #3
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    Test Teil 2.

    Am Gardasee angekommen, geht es weiter mit dem Reifentest. Priorität hier "Das Vorderrad", Die Strecke im MetzelerPark , viele lose Steine , Waldboden mit Pouder, Felsen und dann der Extremfall mit Baumstämmen und schlammigen Passagen. Luftdruck vorne 0,8 bar damit verhält sich der Reifen unauffällig und führt in schnellen Abschnitten recht gut. Hierbei spielt die Position auf dem Bike eine wichtige Rolle. Bist du zu weit hinten schiebt die Maschine extrem übers Vorderrad. Im Bergabfahren, fühlt sich das Vorrderrad erstaunlich erstaunlich sicher an. Was sich jedoch immer wieder in nassen Abscnitten zeigt das schräg am Hang nicht die beste Diziplin der Reifens ist. In Sachen Haltbarkeit kann ich ganz klar ein paar Sachen extra vergeben. Da 500 Offroad Kilometer habe ich absolviert und die Reifen halten erstaunlich lange ohne großen Verschleiß.
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  5. #4
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    Nach langer Zeit nun auch endlich ein Test von mir.

    Ich bin den Reifen jetzt in einigen verschiedenen Situationen mit unterschiedlichen Reifensystemen und Untergründen gefahren.
    Hier meine Eindrücke des Reifens:

    Hinterreifen: Geomax Enduro EN91 140/80-80 M/C

    Im trockenen auf sandigem Boden: Guter Grip, kurvenverhalten neutral, Bremsverhalten voll OK.
    Im nassen auf sandigem Boden: ähnlich wie im trockenen, Wasserbedingt natürlich nicht so gut wie im trockenen, aber akzeptabel.

    Im trockenen auf Betonplatten: sehr schlechter Grip beim plötzlichen beschleunigen. Wheelyfahren aus dem Stand sehr schwer, da der Reifen weg schmiert.

    Im trockenen auf Hartboden: guter Grip in Auf- und Abfarten. Beim beschleunigen aus Kurven gut. Verschleiss gering.
    Im nassen auf Hartboden( also dann eher lehmiger Untergrund):Beschleunigung geradeaus OK, Kurvenverhalten eher rutschig, schlecht zu kontrollieren im Drift.
    Im nassen auf Match und Steinen im sehr technischen langsamen Fahren:schlechter Grip, rutscht plötzlich, schlecht kontrollierbar, anfahren im Hang kaum möglich.

    Ich habe den Reifen auf Sand und Hartboden mit Tübliss gefahren, verschieden Luftdrücke bis ganz Platt. Der Reifen ist eher hart.
    Auf Hartboden habe ich den Reifen zusätzlich mit dem passenden Mousse von Dunlop getestet. Das Mousse ist eher von der harten Sorte, ich würde es nur für klassisches Enduro empfehlen wo das Gelände ja eher für Motocrosser und schnellfahrer auf dem Acker angelegt ist. Das ist auch eher die Stärke des Reifens als klettern. Der Reifen ist recht langlebig, was wohl auf die Harte Mischung zurückzuführen ist. Mein Reifen hat ca. 6h gesehen, allerdings eher technisches langsames Fahren.

    Vordereifen: Geomax Enduro 90/90-21 M/C

    ui ui ui ui ui...
    Im trockenen auf sandigem Boden: akzeptabel, nur in schnellen engen Kurven neigt er zum Untersteueren und schiebt über das Vorderrad. Bremsen geradeaus erstaunlich stabil und gut.
    Im trockenen auf Hartboden: ähnlich wie im Sand, solange der Reifen frei ist, macht er ganz gut seine Arbeit.

    Im nassen auf lehmigen Boden: absolute Katastrophe, habe mehrmals angehalten und nachgeschaut ob mein Rad lose ist oder irgendwas kaputt ist am Motorrad. Rutscht extrem quer und hat keine Führung. Habe es sowohl mit Schlauch und verschiednen Luftdrücken als auch mit dem Dunlop Mousse probiert. Wer seine innenliegenden Muskeln trainieren will ähnlich wie beim versuch mit einem Einrad zu fahren, ist hier genau richtig. Ansonsten würde ich für den Vorderreifen ein deutliche nicht-kauf-Empfehlung aussprechen. Ich habe sogar, weil es mich wirklich gewundert hat den Reifen sogar gegen die Laufrichtung aufgezogen und probiert ob es besser wird, auch hier keine Besserung.

    Fazit: Für Süd-Frankreich Urlauber, die nicht gerne Reifen wechseln in einer Urlaubswoche und eher gemütlich bzw. nicht extrem unterwegs sind ist es ein Reifen der OK ist. Mit dem Mousse auch recht haltbar und verschleissarm.
    Für Klassisches Enduro mit einer 2-tages Fahrt, ohne Gewinnambitionen und trockenen Wetter, auch OK.

    Für alles im nassen und oder extremen Bereich ist der Reifen nicht tauglich. Den Hinterreifen werde ich im Training ganz normal fahren bis er fertig ist, den Vorderreifen wohl eher nicht.

  6. #5
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    Ich hatte nun auch endlich die Gelegenheit den Reifen noch mal mit dem passenden Mousse von Dunlop zu testen.
    Es handelt sich um das passende Mousse zum Reifen, was schon mal sehr gut ist. Da muss man nicht suchen, sondern weiß direkt, dass das Mousse passt:
    Vorne: 90/90-21 (Code 709973)
    Hinten: 120/90-18 (Code 709977)

    Der erste Eindruck:
    HART! Im Vergleich zum Extrem-Mousse, das ich bislang gefahren bin, ist das von Dunlop schon recht hart. Ich tippe auf +/- 1 bar!
    Die Monate war vorne wesentlich angenehmer als hinten. Hinten hatte ich große Probleme den Reifenhalter richtig zu positionieren, aber das mag auch an mir gelegen haben.

    Der harte Eindruck bestätigte sich beim Fahren. Große Steine und Felsen sind ohnehin nicht die Stärken des Reifens und das harte Mousse macht die Sache da nicht besser.
    Sogesehen muss man sich auf die Stärken des Reifens konzentrieren und dann schauen, wie sich das Mousse verhält und das habe ich dann auch getan:
    Beim "Wald- und Wiesenenduro" -- also nicht Bilstain, wo man an steinernden Hängen "spielt", sondern guter, deutscher Laubwald und schöne Feldwege -- finde ich den Reifen klasse und mit Mousse noch besser! Vorher hatte ich einen 4mm-Schlauch drin und bei langen Touren schon immer mal Angst, einen Platten zu fahren. Diese "Angst" gehört mit Mousse natürlich generell der Vergangenheit an.

    Und so ist die Kombination aus EN91 und dem passenden Mousse für mich die ideale Trainingskombination. Der Reifen bietet auf weichem Untergrund guten Halt und nutzt sich nicht so schnell ab. Mit dem Mousse hat man die Sicherheit, dass man nie einen Platen haben wird.

    Ich muss aber auch gestehen, dass ich den Reifen in einem Extrem-Rennen wie etwas EnduroPANORAMA nicht fahren würde. Die Bachbetten und Steine/Felsen dort sind in meinen Augen nichts für den EN91. Für das Drapak (Hobby-Klasse) hingegen, wäre der Reifen sicherlich eine gute Wahl!
    Beim Vorderreifen würde ich aber wohl auch beim Drapak zu einem anderen Reifen greifen. So ist bspw. die Bremswirkung bei steilen Bergabfahren bei einem 90/100-21 Reifen um ein Vielfaches besser!
    Das kann man schon so machen, aber dann wird's halt kacke...

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